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Wie du deine Kaffeemaschine ganz einfach entkalkst

Wie du deine Kaffeemaschine ganz einfach entkalkst

Egal ob Filtermaschine, Pad-, Kapsel- oder Vollautomat: Kaffeemaschinen leisten täglich Großes. Mit der Zeit lagert sich Kalk im Inneren ab – vor allem in Regionen mit hartem Wasser. Das verkürzt die Lebensdauer, treibt den Stromverbrauch hoch und verändert den Geschmack. Die gute Nachricht: Entkalken ist in 20 bis 30 Minuten erledigt. Wichtig ist nur, das richtige Mittel zu nehmen.

Kaffeevollautomat wird mit Entkalker-Konzentrat entkalkt

Was passiert, wenn man nicht entkalkt?

Kalk setzt sich in Leitungen, Ventilen und am Heizelement ab. Das führt zu:

  • längerer Aufheizzeit und höherem Energieverbrauch
  • lauteren Betriebsgeräuschen und pumpender Geräuschkulisse
  • geringerer Brühtemperatur – und damit dünnem, saurem Kaffee
  • verstopften Ventilen und schwankender Durchflussmenge
  • im schlimmsten Fall dem Ausfall der Heizung – meist ein wirtschaftlicher Totalschaden

Entkalken und Reinigen sind zwei verschiedene Dinge

Das wird häufig verwechselt. Entkalken löst mineralische Ablagerungen aus dem Wasserweg – dafür braucht es ein saures Mittel. Reinigen entfernt Kaffeefett aus Brühgruppe und Milchsystem – dafür braucht es ein alkalisches, fettlösendes Mittel. Das eine ersetzt das andere nicht.

Wie oft solltest du entkalken?

Das hängt vor allem von der Wasserhärte ab. Deinen Wert findest du auf der Website deines Wasserversorgers oder mit einem Teststreifen. Als Faustregel:

  • Weiches Wasser (bis etwa 8 dH): alle 3 Monate
  • Mittleres Wasser (8 bis 14 dH): alle 6 bis 8 Wochen
  • Hartes Wasser (ab etwa 14 dH): monatlich

Viele Vollautomaten zählen die Brühvorgänge mit und fordern selbst zur Entkalkung auf. Diese Aufforderung solltest du nicht wegdrücken – die Zähler sind eher konservativ eingestellt. Und wenn du unsicher bist: lieber etwas zu früh als zu spät.

Was du zum Entkalken brauchst

  • Einen geeigneten Entkalker – kein Essig, keine Essigessenz (dazu unten mehr)
  • Frisches Wasser zum Nachspülen, mindestens zwei volle Tankladungen
  • Ein weiches Tuch, zum Beispiel ein Mikrofasertuch
  • Ein ausreichend großes Gefäß unter dem Auslauf
  • Zeit – etwa 20 bis 30 Minuten

Anleitung: So funktioniert die Entkalkung

Schritt 1: Vorbereitung

  • Gerät ausschalten und abkühlen lassen.
  • Wasserfilter aus dem Tank nehmen – er würde die Säure sonst binden und wäre danach verbraucht.
  • Wassertank leeren, Auffanggefäß bereitstellen.

Schritt 2: Entkalker ansetzen

  • Entkalker nach Herstellerangabe mit Wasser mischen und in den Wassertank füllen. Mehr Konzentrat wirkt nicht schneller, erhöht aber die Belastung für Dichtungen.

Schritt 3: Entkalkungsprogramm starten

  • Bei Vollautomaten den integrierten Entkalkungsmodus wählen – er steuert Einwirkzeiten und Spülintervalle selbst.
  • Bei Maschinen ohne Programm: die Lösung wie beim Kaffeekochen durchlaufen lassen – ohne Kaffeepulver, ohne Filtertüte. Auch den Heißwasser- und Dampfauslauf einmal durchspülen, sonst bleibt dort Kalk zurück.

Schritt 4: Gründlich nachspülen

  • Wassertank ausspülen und mit klarem Wasser füllen.
  • Mindestens 1 bis 2 volle Tankladungen durchlaufen lassen. Der erste Kaffee danach sollte weggeschüttet werden.
  • Neuen Wasserfilter einsetzen, falls dein Gerät einen verwendet.

Schritt 5: Außenteile und Brühgruppe

  • Gehäuse, Tank, Tropfschale und Satzbehälter mit einem weichen Tuch und etwas Spülmittel reinigen.
  • Herausnehmbare Brühgruppen einmal wöchentlich unter klarem, warmem Wasser abspülen – ohne Spülmittel und nie in der Spülmaschine, das kann die Schmierung zerstören.
  • Milchsystem nach jedem Gebrauch spülen. Milchreste sind hygienisch das größte Problem an jedem Vollautomaten.

Was bei welchem Maschinentyp anders ist

  • Filtermaschine: kein Programm, kein Filterpapier – Lösung einmal durchlaufen lassen, danach zwei Durchgänge klares Wasser. Die Glaskanne bekommt Kaffeeöl-Belag, den warmes Wasser mit Spülmittel löst.
  • Pad- und Kapselmaschine: ohne Pad bzw. Kapsel entkalken, Halter vorher entnehmen. Der Wasserweg ist kurz – dafür sitzt der Kalk gern in der Brühnadel. Wenn das Gerät nach dem Entkalken noch tropft oder pumpt, ist meist genau dort noch etwas.
  • Vollautomat: immer das integrierte Programm nutzen und nicht abbrechen. Ein unterbrochener Entkalkungslauf hinterlässt Säure im System – dann den Vorgang komplett neu starten.
  • Siebträgermaschine: Bei Modellen mit Kupferkessel unbedingt in die Anleitung schauen – nicht jedes Entkalkungsmittel ist für jeden Kesselwerkstoff freigegeben.

Welche Mittel sind geeignet – und welche nicht?

Achte auf:

  • Herstellerfreigabe – wichtig für Garantieansprüche
  • Biologisch abbaubare Inhaltsstoffe
  • Essigsäurefrei

Kein Essig und keine Essigessenz. Essigsäure greift Gummidichtungen, Schläuche und Aluminiumteile an, der Geruch setzt sich fest, und viele Hersteller schließen die Garantie danach aus.

Zitronensäure nur mit Vorsicht. Sie entkalkt zwar, kann aber bei Hitze mit Kalk schwerlösliches Calciumcitrat bilden, das sich als weiche, weiße Schicht neu absetzt. Mehrere Hersteller von Kaffeevollautomaten raten deshalb ausdrücklich davon ab. Für einen Wasserkocher ist Zitronensäure unkritisch, für einen heiß durchströmten Vollautomaten ist ein dafür ausgelegtes Produkt die sichere Wahl.

Natron entkalkt nicht. Das ist ein hartnäckiger Mythos: Natron ist basisch, Kalk löst sich aber nur in Säure. Natron kann Fett binden und Gerüche dämpfen – gegen Kalk richtet es nichts aus. Und die Kombination von Natron mit Essig oder Zitronensäure hebt die Wirkung sogar gegenseitig auf.

Und die Sicherheit: Entkalkerlösung ist sauer. Kontakt mit Augen und Haut vermeiden, während des Laufs nicht aus dem Gerät trinken, die Lösung nicht im Tank stehen lassen und Kinder während des Vorgangs vom Auffanggefäß fernhalten. Entkalker niemals mit anderen Reinigern mischen.

Entkalker-Konzentrat und Reinigungstabletten für Kaffeevollautomaten

Häufige Fragen zum Entkalken

Der Kaffee schmeckt nach dem Entkalken komisch – normal? Ja, wenn zu wenig nachgespült wurde. Noch eine volle Tankladung klares Wasser durchlaufen lassen und den ersten Bezug wegschütten. Bleibt der Beigeschmack, sitzt er meist im Milchsystem, nicht im Wasserweg.

Meine Maschine fordert ständig zum Entkalken auf, obwohl ich gerade entkalkt habe. Der Zähler muss nach dem Lauf im Menü quittiert werden – sonst läuft er weiter. Steht die Meldung trotz Quittierung, ist häufig der Wasserfilter nicht zurückgesetzt.

Reicht ein Wasserfilter statt Entkalken? Nein. Ein Filter verzögert die Verkalkung, verhindert sie aber nicht. Er verlängert höchstens das Intervall.

Kann ich denselben Entkalker für Wasserkocher und Spülmaschine nehmen? Dafür gibt es den Universal Entkalker – er deckt Wasserkocher, Duschkopf, Armaturen, Spül- und Waschmaschine ab. Für den Kaffeevollautomaten ist der spezielle Kaffeevollautomaten Entkalker die passendere Wahl.

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Fazit: Wenig Aufwand, große Wirkung

Regelmäßiges Entkalken ist kein Hexenwerk, aber es entscheidet darüber, wie lange deine Maschine läuft und wie der Kaffee schmeckt. Richte das Intervall nach deiner Wasserhärte, nimm ein essigsäurefreies Mittel, spüle gründlich nach – und denk daran, dass Entkalken das Reinigen der Brühgruppe nicht ersetzt.

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